21. September 201607:39

All die verdammt perfekten Tage - Jennifer Niven

Titel: All die verdammt perfekten Tage
Autor/in: Jennifer Niven
Seitenanzahl: 400
Verlag: Limes


Ein Mädchen lernt zu leben - von einem Jungen, der sterben will.
"Ist heute ein guter Tag zum Sterben?", fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht alleine ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er.
Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke - das Leben eben.
So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann- ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten.
Und es ist Finch, der Violet der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden...


Jennifer Niven schreibt voller Poesie und Persönlichkeit. Man merkt als Leser sehr schnell, dass dies nicht nur eine Story ist, denn so emotional und aktuell die Themen sind, erkennt man sofort, dass mehr dahinter steckt. Die Autorin arbeitet Gefühle auf, welche jeder Mensch in irgendeiner Weise selbst schon erlebt hat. 
Ganz am Anfang: Unverständnis, Verwirrtheit, Liebe, Freundschaft, sowie Hilflosigkeit.
Die Schriftstellerin gibt in diesem Buch den Emotionen, Namen und umgibt sie mit poetischen Worten.
Die Charaktere sind gut durchdacht, selbst beim Lesen merkt man, dass es sich um unterschiedliche Personen handelt. Nicht jeder Schriftsteller schafft es zwei unterschiedliche Schreibstile parallel aufrecht zu erhalten.
Theodore Finch, kurz Finch genannt, ist einfach großartig. Ich liebe seinen Humor und Sarkasmus. Für seine Mitschüler ist er nur Theodore Freak, der komplett durchgeknallt ist. 
Finch ist komplett anders als der Rest, aber definitiv interessant. Er ist wahnsinnig gebildet, weiß Fakten bis ins kleinste Detail doch, er fühlt sich alleine und missverstanden.
Auch Violet war mir sofort sympathisch. Sie wirkt anfangs in sich hineingestürzt und schafft es erst durch Theos Hilfe wieder zu sich, dem Leben und zu ihrer größten Leidenschaft dem Schreiben,  zurückzufinden.
Finch und Violet freuen sich über kleine Augenblicke und es ist schön zu lesen, wie sie gemeinsam die Welt und die Liebe entdecken.
Mit All den verdammt perfekten Tagen hat Jennifer Niven einen Roman geschrieben, der den Lesern noch lange in Erinnerung bleibt. Es ist ein Buch über Liebe, Glücksmomente und die Freude am Leben. Aber auch über das Sterben, Verzweiflung, Trauer, Depressionen und Hilflosigkeit.
Das Verbinden dieser schönen aber auch tragischen Dingen, macht dieses Buch zu einem Meisterwerk und  zu einem der emotionalsten Bücher, die ich je gelesen habe.

Eine berührende und emotionale Geschichte, die ernste Themen behandelt, die mitreißt und einen nachdenklich stimmt. Es ist eine absolute Empfehlung.







Keine Kommentare

Kommentar veröffentlichen